Heilpflanzenlexikon
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Rote Bete

von Heilpraktiker Harald Schicke

Die vielen unterschiedlichen Namen der Roten Bete deuten auf ihre große Beliebtheit und Verbreitung hin: Ranne, Rande, Rone, Rotmöhre, Rote Rübe, Salatrübe oder lateinisch Beta vulgaris cruenta rubra.

Sie war ursprünglich an den Küsten des Mittelmeeres zu Hause, bevor sie Verbreitung in ganz Mitteleuropa fand. Deshalb sind die ersten Berichte über die Heilwirkungen der Rote Bete bereits rund 2.500 Jahre alt und stammen von Griechen und Römern.

Hippokrates hat vor 2.500 Jahren die Heilwirkungen der Roten Bete und des roten Weines beschrieben. Der griechische Arzt Dioskorides (um 100 v. Chr.) verordnete eingesäuerte Rote Bete bei Hautentzündungen und Infektionskrankheiten.

Mit dem Untergang der Antike gingen diese wertvollen Erfahrungen verloren. 1540 hören wir von Paracelsus, der die Rote Bete bei Blutkrankheiten und zur Steigerung der Abwehrkräfte pries. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Rote Bete bei Schwächezuständen von einigen deutschen Ärzten verordnet.

Durch jahrhundertelange Züchtung wurde aus der dünnen Wurzel die dicke rote Knolle. Die Stengel und Blätter sind meist rot überlaufen.


Rote Bete

Zubereitung

Für die Verwendung der Roten Bete gibt es viele Rezepte. Um die Heilwirkung voll auszunutzen sollte man sie roh als Saft oder vergoren genießen.

Dazu schneidet man die frischen Knollen in Scheiben und übergießt sie in einem irdenen Gefäß mit Wasser und läßt sie bei Raumtemperatur 8 Tage lang gären. Danach wird die süßsaure Brühe gesiebt und getrunken. Rote Bete entsäuert den Organismus.

Inhaltsstoffe und Heilwirkung

Die rote Farbe der Rote Bete ist durch den hohen Gehalt an Betazyanen bedingt. Diese stickstoffhaltigen Betazyane werden hauptsächlich für die vielfältigen Heilwirkungen der Rote Bete verantwortlich gemacht.

Betazyane gehören wie die stickstoffreien Anthozyane zu den Flavonoiden, die in der Pflanze große Bedeutung für alle wesentlichen biologischen und physiologischen Funktionen haben. Sie sind als Wasserstoffüberträger wesentlich an Oxidationsvorgängen in der Zelle beteiligt, aktivieren deshalb die Zellatmung. Sie verhindern die Zerstörung des Vitamin C durch Sauerstoff, sind also natürliche Antioxidantien. Flavonoide fördern die Resynthese von Milchsäure zu Glykogen und verbessern dadurch die Zellfunktion.

Flavonoide verringern wesentlich die Giftwirkung von Antibiotika, Arsen, Bakteriengiften und Blei durch Oxidation und Chelatbildung. Sie wirken bakterizid und antitumorös.

Durch die ebenfalls vorhandenen Vitamine der B-Gruppe, u. a. B 12 und Folsäure, wird der hohe Eisengehalt der Roten Bete sehr gut aufgenommen und begegnet damit dem Blutmangel der Krebskranken.

Zellen, deren Atmung geschädigt ist, erzeugen ihre Energie nicht aus Sauerstoff, sondern durch einen krankhaften Zuckerstoffwechsel. Dabei entstehen große Mengen optisch linksdrehender D (-) Milchsäure, die auch von pathogenen Keimen gebildet wird. Der Organismus scheidet sie auf schnellstem Wege über den Urin aus.

Rote Bete kann die große Menge von 16 Wasserstoffatomen aufnehmen. Dadurch wird die Atmung oxidations- und fermentgeschädigter Zellen um erstaunliche 350% gesteigert und wieder in Gang gesetzt.

Seit 1950 hat Ferenczi die geschwulsthemmende Wirkung der Roten Bete an vielen Krebskranken beobachtet. Seither wurde diese Beobachtung von vielen Forschern und Ärzten bestätigt.

Um den gewünschten krebshemmenden Effekt zu erzielen, muß der Patient täglich den frischen Preßsaft von 1 kg Roter Bete trinken. Aus 1 kg erhält man etwa 700-750 ml frischen Preßsaft. Diesen Preßsaft trinkt der Patient in drei Portionen jeweils vor dem Essen. Dies muß ein Krebspatient praktisch lebenslänglich machen. Zur Vorbeugung reichen 2-3 Monate pro Jahr.

Außer zur Prophylaxe und Zusatzbehandlung bei Krebs wird Rote Bete zur Entgiftung und zur Infektionsabwehr eingesetzt. Sehr gute Erfolge erzielt man nach langwierigen Krankheiten zur Kräftigung. Die Patienten merken schnell den guten Erfolg einer Rote Bete-Kur. Auch bei Krebspatienten, die bestrahlt oder zytostatisch behandelt werden, stellt sich schnell ein Wohlbefinden ein, weil sich die Nebenwirkungen wesentlich verringern oder ganz verschwinden.

Rote Bete sind sehr preiswert und leicht zu haben. Ihr Nachteil ist der erdige Geschmack, der den Patienten schon bald Übelkeit und Abneigung verursacht. Man kann das abmildern, indem man Rotwein hinzugibt, ein rohes Ei hineinquirlt, mit Meerrettich würzt usw. Ein zweiter großer Nachteil liegt im Farbstoff selbst, denn er ist nach einiger Zeit von den Händen kaum mehr abzuwaschen, wenn man bei der Zubereitung keine Handschuhe benutzt. Flecken lassen sich nur schwer wieder entfernen.

Deshalb entstand schon früh der Wunsch, Rote Bete in pulverisierter Form anzuwenden. Diesen Wunsch erfüllt heute Red Beet (Apotheke), ein Pulver aus milchsauer vergorener, schonend gefriergetrockneter Rote Bete mit Fruktose und Vitamin C. Ein Aromaschutzbeutel je 10 g entspricht etwa 70 g frischer Roter Bete. Die täglich empfohlene Dosis sind 2 Beutel. Das sind zusammen 140 g, also wesentlich weniger als 1 kg. Das wird jedoch durch die folgenden Bestandteile mehr als wett gemacht:

Die Rote Bete wird milchsauer vergoren. Dabei entsteht zu 90% rechts-drehende L (+) Milchsäure. Sie ist ein Zellaktivator. Sie wird im Blut und in der Leber angereichert und entfaltet von dort aus ihre gewebsphysiologische Wirkung. Die Funktionen der Nebennieren und der Schilddrüse werden angeregt. Die Zellatmung wird durch rechtsdrehende Milchsäure um 300% gesteigert! Sie wird aktiv vom Körper zurückgehalten und deshalb nur zu 0,22% im Urin ausgeschieden. Im Muskelgewebedient sie der Energieerzeugung. Deshalb wurde sie früher auch Fleischmilchsäure genannt.

Es wird Fruktose beigegeben. Das verbessert nicht nur den Geschmack, sondern ist auch physiologisch wertvoll. Fruchtzucker fördert die Entgiftung und die Leberfunktion. Gegenüber anderen Zuckern erfolgt eine dreifache Glykogenbildung. Er kann insulinunabhängig von den Zellen aufgenommen werden.

Vitamin C entfaltet vielfältige Wirkungen im Organismus, u. a. verhindert es die Umwandlung von Nitrat in Nitrit und erhöht die Zellatmung um weitere 300%.
Der Grenzwert für Nitrat in frischer Roter Bete liegt bei 3.000 mg/kg. In Red Bed sind umgerechnet pro Kilo frischer Roter Bete unter 900 mg enthalten.

Das Pulver kann außerordentlich vielseitig verwendet werden, so daß sich keinerlei Abneigung dagegen einstellt. Es wird von den Patienten sehr gerne genommen und immer wieder nachgefragt.

Literatur

Ferenczi/Seeger/Trüb: Rote Bete in der Zusatztherapie bei Kranken mit bösartigen Neubildungen, Haug Verlag, 3. verbesserte Auflage (vergriffen)



Quelle

Dieser Artikel wurde dem Handbuch für Heilpraktiker entnommen.


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Cystus® - Cistus incanus ssp. tauricus
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